Buchtipp: Der Plastikangler und andere Jobs der Zukunft

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Inhalt

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„Der Plastikangler und andere Jobs der Zukunft“ setzt sich mit einer klassischen Frage an Kinder auseinander: Was möchtest du einmal werden?

Ja, was wollen die Kleinen eigentlich werden, wenn die allermeisten Berufe für Kinder mangels Einblick in die Praxis noch völlig abstrakt sind? Eine Frage, die ohnehin nur schwer oder gar nicht bzw. nur aus kindlicher Perspektive zu beantworten ist … Hinzu kommt, dass die Berufe der Zukunft allein aufgrund des technischen Fortschritts heute noch gar nicht benannt werden können.

An dieser Stelle möchten Sofia Erica Rossi und Carlo Canepa, die Autor*innen des Buches, einen fantasievollen Vorstoß wagen. Nach einer kurzen Einführung stellen sie 16 Berufe der Zukunft vor, die es heute noch nicht gibt. Jeder Idee sind zwei Doppelseiten gewidmet. Auf den ersten beiden Seiten jedes Vorschlags können die Leserinnen und Leser in eine kleine Geschichte eintauchen, die den Berufsalltag veranschaulichen soll. 

Amedeo zum Beispiel ist Plastikangler. Er und seine Crew kämpfen jeden Tag darum, die Meere vom Müll zu befreien. Dazu setzen sie unter anderem Netzmagneten ein, die nur Müll anziehen, Fische aber in Ruhe schwimmen lassen. Nach einem Albatros, der sich im Müll verfangen hat, geht es um Mikroplastik, das von einem Roboter-Blauwal geschluckt wird. Die doppelseitigen Geschichten und natürlich auch der Rest des Buches wurden von Luca Poli illustriert. Dabei kommen für die jeweiligen Darstellungen untypische, gedeckte Farben, Muster und geometrische Formen zum Einsatz. Die abstrakten Darstellungen und verzerrten Körperformen wirken ungewöhnlich, aber interessant. Auf der zweiten Doppelseite werden jeweils Fakten dargestellt, die Grundlage für die Entwicklung des Zukunftsjobs waren. Das Sachwissen, zum Beispiel wie lange verschiedene Dinge brauchen, um sich im Meer zu zersetzen, ist kurz und prägnant formuliert. Dadurch, dass die Inhalte in direktem Zusammenhang mit der zuvor gelesenen oder gehörten Geschichte stehen, werden die einzelnen Details noch einmal betont und der Merkeffekt erhöht. Ich halte es auch für sehr sinnvoll, dass zuerst die Geschichte gelesen wird und dann, wenn eine gewisse Offenheit für das Thema vorhanden ist, die Fakten nachgereicht werden.

Anzumerken ist noch, dass einige der Geschichten und Berufe einen Bezug zur Klimakrise haben, darüber sachlich aufklären und vor allem mit den Geschichten Handlungsmöglichkeiten aufzeigen wollen. Ob Wolkenjäger, Pflanzenflüsterin oder Polareis-Macherin – mit diesen durchaus kreativen Ideen wird die Problematik natürlich ein Stück weit individualisiert und in die Zukunft verlagert. Dennoch braucht es gerade für junge Menschen diesen offenen, unverstellten Raum zum Träumen und Tüfteln.

Ein Blick ins Buch

Das Buch wird für Kinder ab 8 Jahren empfohlen, dieser Empfehlung möchte ich mich anschließen. Für Eltern oder andere Bezugspersonen mit jüngeren Kindern würde ich das Buch nur bei Vorwissen der Erwachsenen und einem sehr reflektierten Umgang mit der Thematik empfehlen. Vor allem mit den Problemen, aus denen die Jobs der Zukunft entwickelt wurden, sollten jüngere Kinder nicht ohne Handlungsmöglichkeiten konfrontiert werden.

Hier könnt ihr das Buch kaufen

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* Rezensionsexemplar: Dieser Beitrag ist im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM) entstanden. Als Rezensentin darf ich für die AJuM aktuelle Kinder- und Jugendliteratur sowie -medien unter dem Gesichtspunkt der literarästhetischen Qualität und mit Blick auf den Einsatz in pädagogischen Arbeitsfeldern rezensieren.

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